Kirchen im Avers und Val Ferrera

Dem Himmel ein wenig näher ...

 

Herzlich willkomma! Bagnavagnieu! 

Dem Himmel tatsächlich ein weniger näher – so stehen die vier Kirchen im Val Ferrera und im Avers seit Jahrhunderten als markante Wegmarken in der Landschaft. Und so möchten wir als Evangelisch-reformierte Gemeinden auch heute Kirche sein: markante und ermutigende Zeichen auf dem Weg der Menschen, die in unserer Talschaft wohnen oder sie besuchen. Und dem Himmel näher, indem wir uns von der befreienden Botschaft des Evangeliums inspirieren lassen und dabei offene, einladende Gemeinschaft untereinander leben.

Seien Sie herzlich willkommen in der höchsten Kirchgemeinde Europas – unsere Türen stehen auch Ihnen offen! 

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14.03.2023

Ins Zentrum gestellt - Gedanken zur Passions- und Osterzeit

Anlässlich des Familiengottesdienstes vom 12. März 2023 gingen wir der Geschichte der Überführung der Bundeslade nach Jerusalem nach (2. Samuel 6). König David ist es ein Anliegen, dass die Lade an den zentralen Ort im Heiligen Land gebracht wird, nach Jerusalem, wo auch sein Königspalast steht. Nicht er als König soll für das Volk letztlich im Mittelpunkt stehen, sondern Gott soll es sein – und die Bundeslade ist ein fassbares Zeichen der Gottesgegenwart. Durch sie ist diese Gegenwart nicht nur eine mystische Präsenz, sondern bekommt konkrete Gestalt und wird präzisiert in den drei Gottesgaben, die in der Lade aufbewahrt werden und die das Volk Israel während seiner Wanderung in der Wüste auf den Weg mitbekommen hat. Diese drei Gaben stellen für das Volk gleichsam drei identitätsstiftende Elemente dar: Die beiden steinernen Tafeln mit den Zehn Geboten sollen dem Volk Orientierung und ethischer Wegweiser sein im Umgang untereinander und in der Beziehung zu Gott. Ein Krug mit Manna weist hin auf den Weg des Vertrauens auf Gott – Vertrauen, das uns lehrt, unseren Weg in der Gewissheit zu gehen, dass wir von Gott immer genügend innere und äussere Speise zum Leben bekommen. Der blühende Stab Aarons weist uns auf den spirituellen Weg hin, darauf, dass wir uns innerlich und äusserlich von Dingen und Menschen leiten lassen, die uns auf Gott hinführen – also aufs priesterliche Wirken, welches uns Gott nicht vergessen lässt, uns mit ihm verbindet und welches unser Leben zum Blühen bringen kann.

Diese drei Gottesgaben in der Bundeslade – die Weisung, die Speisung und die Verbindung zu Gott – stellt David als Erinnerung ans Volk ins Zentrum des Landes. Sie sind verbunden mit drei grundlegenden Haltungen, die auch im Umgang untereinander prägend sein sollen: Die Weisung ist verbunden mit dem Hören auf Gottes Wort; die Speisung ist verbunden mit dem Weg des Vertrauens; die Verbindung zu Gott bedingt die sich immer erneuernde Bereitschaft, Gott im eigenen Leben zu suchen.

Und somit stellt uns diese Erzählung vor die Frage, welche Werte denn in unserer Gesellschaft im Zentrum stehen? Welche Symbole würden wir in unsere gesellschaftliche Schatzkiste packen? Was stellen wir ins Zentrum unseres gemeinschaftlichen Unterwegsseins? … und wäre es bei uns wieder vermehrt eine Haltung des Hörens, des Vertrauens und der offenen Gottessuche – was würde sich ändern und was könnte wieder neu erblühen?

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Passions- und Osterzeit!
Ihr Pfarrer Jürg Scheibler



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