Kirchen im Avers und Val Ferrera

Dem Himmel ein wenig näher ...

 

Herzlich willkomma! Bagnavagnieu! 

Dem Himmel tatsächlich ein weniger näher – so stehen die vier Kirchen im Val Ferrera und im Avers seit Jahrhunderten als markante Wegmarken in der Landschaft. Und so möchten wir als Evangelisch-reformierte Gemeinden auch heute Kirche sein: markante und ermutigende Zeichen auf dem Weg der Menschen, die in unserer Talschaft wohnen oder sie besuchen. Und dem Himmel näher, indem wir uns von der befreienden Botschaft des Evangeliums inspirieren lassen und dabei offene, einladende Gemeinschaft untereinander leben.

Seien Sie herzlich willkommen in der höchsten Kirchgemeinde Europas – unsere Türen stehen auch Ihnen offen! 

AKTUELL

 

 


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04.04.2022

Ostern - erst recht!

Es gibt Momente dieser Tage, an denen ich mit Zweifeln und Zurückhaltung den Ostertagen entgegensehe. Wie sollen wir die Auferweckung Jesu, den Sieg des Lebens über den Tod feiern – gerade in diesen Wochen des Kriegs, der Todesnachrichten und der Zerrissenheit in dieser Welt? Ausgelassenes, fröhliches Feiern scheint mir im Angesicht des unendlichen Leids von so vielen Menschen fast schon fehl am Platz zu sein.

Und doch: Ich möchte dem Leiden und Sterben, dem Tod und dem Zynismus der Mächtigen nicht das letzte Wort lassen. Gerade darum möchte ich auch dieses Jahr Ostern feiern und auf die frohe Botschaft des Neuen Lebens in Gott hören. Und darum sind wir auch heute Kirche, weil wir dieser Botschaft einen Raum geben, wo sie leben, nach-hallen kann.

Wie können wir indessen auf eine Weise feiern, dass es auch in diesen Tagen «stimmt»? Mir hilft dabei eine Passage aus dem 2. Brief von Paulus an die Gemeinde in Korinth. Dort schreibt der Apostel:

«Wir haben diesen Schatz (des Evangeliums, der frohen Botschaft) in irdenen Gefässen, damit die Überfülle der Kraft Gottes gehört und nicht von uns stammt. In allem sind wir bedrängt, aber nicht in die Enge getrieben, ratlos, aber nicht verzweifelt, verfolgt, aber nicht verlassen, zu Boden geworfen, aber nicht am Boden zerstört. Allezeit tragen wir das Sterben Jesu an unserem Leib, damit auch das Leben Jesu an unserem Leib offenbar werde.» (2. Korinther 4, 7-10)

Ja, gerade in diesen Tagen tragen wir Menschen die Osterbotschaft in irdenen Gefässen, in tönernen Krügen, die so manchen Hick und so manche Sprünge davongetragen haben. Unser Leben, unsere Welt – sie sind wirklich zerbrechlich. Aber in ihnen, gerade in ihnen tragen wir die Verheissung Gottes, seine Schöpfung zur Vollendung, zum Neuen Leben in IHM zu führen.

Und darum können wir dem Osterfest voll Vertrauen entgegen gehen. Darum kann Ostern gerade in diesem Jahr an Tiefe und Bedeutung gewinnen. Und wenn alles um uns herum und in uns zu zerbrechen scheint, dann dürfen wir glauben, dass die Botschaft bleiben und wachsen wird. Darum: Ostern – erst recht!

Gesegnetes Feiern! Pfr. Jürg Scheibler



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